Die Schließung des Werkes wurde in der vergangenen Woche von Nokia angekündigt. Für die Mitarbeiter in dem letzen Handywerk Deutschlands kam die Mitteilung wie ein Schlag ins Gesicht. Der finnischer Mobiltelefonhersteller Nokia wird sein Bochumer Werk schließen und nach Rumänien verlagern, wo bereits kräftig am "Nokia-Village", einem neuen Industriepark, gebaut wird.
Die Lohnkosten, die nur ca. 5% der gesamten Produktionskosten ausmachen, sind in Rumänien sehr viel günstiger, weshalb sich Nokia in Rumänien Einsparungen von einigen Euro pro gebautem Handy erhofft. Rumänischer Politiker befürwortet Verlagerung Marius Nicoara, der Vorsitzende des Kreisrates von Cluj, wo das neue Nokia-Werk gebaut wird jedenfalls ist stolz, dass er Nokia ohne EU-Hilfe aus Deutschland nach Rumänien geholt hat: "Ich finde, die Deutschen sollten darüber nachdenken, wie viele Jahre Nokia in Deutschland war. Ich bin sicher, dass der deutsche Staat von Nokia profitiert hat. Natürlich ist es ein Problem, wenn tausende keinen Job mehr haben. Aber die Einnahmen, die der Staat aus einem Unternehmen bekommt, müssen eben zu einem gewissen Zeitpunkt auch wieder ausgegeben werden. Zum Beispiel für Umschulungen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen", meint er. Arbeiter anderer Firmen solidarisch mit Nokia-Beschäftigten Bei der heutigen Demonstration nahmen neben Beschäftigten des Nokia-Werkes auch der Partei- und Fraktionschef der Linkspartei, Oskar Lafontaine teil. Unterstützt wurden die Nokia-Mitarbeiter auch von Beschäftigten des Stahlkonzerns ThyssenKrupp und des Autoherstellers Opel.