Mit: Zekeria Ebrahimi, Ahmad Khan Mahmidzada, Shaun Toub, Khalid Abdalla, Saïd Taghmaoui, Atossa Leoni. Verleih: UPI. Länge: 122 Minuten. Schuld und Sühne Kabul, 1975: Der zwölfjährige Amir und der gleichaltrige Hassan stammen aus unterschiedlichen Schichten, sind aber die besten Freunde. Am Tag eines großen Drachenflieger-Tuniers geschieht eine Tragödie, die die Freundschaft zerstört und Amir, der kurz darauf mit seinem Vater vor den Russen aus Afganistan fliehen muss, mit lebenslangen Schuldgefühlen zurücklässt. 2000 erhält der jetzt in Amerika lebende Amir einen Anruf, der ihn in seine Heimat zurückruft und die Möglichkeit bietet, die alte Schuld zu begleichen. Doch dafür muss er zurück ins Kabul der Tailban, wo mittlerweile kaum noch etwas an die blühende Stadt seiner Kindheit erinnert.
Mit der Lebensgeschichte Amirs entfaltet sich in „Drachenläufer“ auch die Geschichte des Vorkriegs- Afganistans, wie sie vor dem internationalen Erfolg von Khaled Housseinis Roman kaum im Gedächnis der Weltöffentlichkeit präsent war. Marc Foster nahm sich bereits in „Monster’s Ball“ mit einer gefühlvollen Hand eines schwierigen Themas an, bewies aber auch mit den eher leichten Verfilmungen „Wenn Träume fliegen lernen“ und „Schräger als Fiktion“ großes Talent und Publikumstauglichkeit. „Drachenläufer“ ist bemerkenswert umgesetzter Film, der entsetzlich traurig und trotz der ernsten Thematik noch sehr hoffnungsvoll ist. Und obwohl unbedingt eine gut gefüllte Packung Taschentücher mit ins Kino zu nehmen ist, rutscht Foster nie ins Kitische ab.
9 von 10 Punkten. Sarah Böhlau (kino.vieraugen.com) für sms-lotse.de