Nach "Ladykiller" und "Ein Unmöglicher Härtefall" haben sich Joel und Ethan Coen erst einmal zurückgelehnt. Jetzt, nach drei Jahren Kinopause legen die Brüder ordentlich nach.
Mit „No Country For Old Men“ ist ihnen ein Postwestern der ganz besonderen Art gelungen – die Fortbewegungsmittel sind freilich moderner geworden und auch zum Töten werden ganz andere Geschütze aufgefahren. Der einfache Arbeiter Llewelyn Moss findet als Überbleibsel eines Gemetzels unter mexikanischen Drogendealern eine Menge Geld, das es jetzt zu verteidigen gilt. Keine leichte Aufgabe bei diesem Antagonisten: Der grandiosen Figur des Anton Chigurh (Javier Bardem), als Profikiller – zynisch, skrupellos und mit der wohl uncoolsten Frisur seit es Psychopaten gibt. Schwarzer Humor vom Feinsten. Dann wäre da noch der Altsheriff, der hier jedoch wenig Chance auf Aufklärung hat. An seiner Pensionierung angekommen, ist dieser eher auf der Suche nach sich selbst, als nach den Bösen dieser Welt. Der Charakter des Sheriffs wird schließlich auch am Ende des Films noch einmal verstärkt aufgegriffen. Dadurch gerät es etwas ins wanken wer denn jetzt hier Protagonist ist und wer nicht, und es nimmt dem Film leider zum Ende hin etwas den Wind aus den Segeln. Dennoch handwerklich ein Meisterwerk und irgendwie Anders, mit einem Javier Bardem, der bleibenden Eindruck hinterlässt. Fazit des Lotsen: ein mehr als gelungener Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte. Bewertung: 9/10 Katharina Gesell für sms-Lotse.de