Urlaubspostkarten schreibt jeder und kriegt auch jeder gerne. Sollte man denken. Und es stimmt auch. Wie gerade eine kurze betriebsinterne Umfrage bei sms-Lotse ergeben hat, misst die Generation der vor 1990 geborenen Reisenden den bunten Pappstücken noch sehr viel Bedeutung bei.
Bei uns kann das Ausbleiben einer Urlaubspostkarte unter Umständen sogar Freundschaften beenden, Familienzwiste auslösen oder Partnerschaften ruinieren. Fragt man aber unsere jüngeren Miturlauber, so hat die Postkarte schon viel von ihrer gesellschaftlich-rituellen Relevanz eingebüßt. Viele Schüler versenden gar keine Karten mehr, sondern erledigen die Ferienkorrespondenz – wenn überhaupt – komplett elektronisch, also per Email oder SMS. Als Vermittler von kostenlosen SMS sollten wir ja eigentlich nichts dagegen haben, doch trotzdem: Die Postkarte darf nicht aussterben! Man überlege nur, wie trostlos Souvenierläden ohne Postkartenständer aussehen würden!
Der Kostenfaktor spielt bei einer gegenteiligen Argumentation natürlich eine große Rolle. Und es stimmt: Hat man Familienmitglieder, Partner, enge Freunde, nicht so enge Freunde, Bekannte, Hundesitter, Nachhilfelehrer und die Kellnerin der Stammkneipe bedacht, ist man schon ein gutes Stück seiner Urlaubskasse losgeworden. Nun, das ist eben der Preis für klassische Kommunikation.
Also: Diesen Sommer wird Freude verschenkt und mehr Postkarten verschickt! Aber bitte mit individuell auf dem Empfänger abgestimmtem Text, liebevoll ausgesuchter Panorama-Postkarte, aufgeklebter Strandmuschel, selbsterdachtem Limerick und Unterschrift aller im Urlaub anwesender Freunde und Familienmitglieder! Von der Wahl des richtigen Briefmarkenmotivs will ich gar nicht erst anfangen. Und abschließend nicht vergessen: Eine klassische Urlaubspostkarte sollte keinesfalls vor dem Absender zu Hause ankommen, im Idealfall zwei bis drei Wochen später.