Die SMS ist vor allem aus dem Alltag junger Leute kaum noch wegzudenken. In TV und Kino wird spielt das wichtige Kommunikationsmittel bereits eine entsprechende Rolle. Und in der Literatur? Grund genug für SMS-Lotse, einen Blick in die Bücherregale zu werfen.
In der Jugendliteratur wurden wir schnell fündig: „Handy-Liebe“ von Bianka Minte-König.
Inhalt: Weil Hanna den einzigen Anschluss ihrer Familie permanent belegt, bekommt sie zum 14. Geburtstag ein Handy geschenkt. Kurz darauf wird sie mit romantischen SMS und Anrufen eines unbekannten Verehrers bombardiert. Hanna ist zunächst geschmeichelt. Mit ihren besten Freundinnen Mila und Kati rätselt sie: Wer könnte der geheimnisvolle Absender sein? Der Draufgänger Mark oder der schüchterne Tobias? Oder aber der süße Typ, den sie morgens immer im Bus trifft?
Der nicht nur vom Cover her farbenfrohe Jugendroman von Bianka Minte-König ist zuerst im Jahr 2000 innerhalb der Reihe „Freche Mädchen – freche Bücher“ des Thienemann Verlages erschienen. Das merkt der Leser schon an der Tatsache, dass Hanna „erst“ mit 14 ihr erstes Handy bekommt und damit zu den ersten Mobilfunkteilnehmern in ihrem Freundeskreis gehört. Für die Jugendlichen heutzutage dürfte anhand von solchen schon fast prähistorischen Zuständen – wenn etwa Hanna mit ihrem Vater beim Handykauf völlig überfordert ist – doch oft das Schmunzeln kommen.
Und welche Rolle spielen nun SMS bei Hannas „Handy-Liebe“? Die Kurznachrichten von Hannas Verehrer dienen als Strukturelemente und treiben an den wichtigen Stellen die Handlung voran. Sie werden mit abgesetzter Schrift in den Text eingebaut und erhalten so einen gehobenen Stellenwert im Lesefluss. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Roman nur aus SMS sein.
Nur um das Offensichtliche noch einmal deutlich zu machen: Dieses Buch ist für sehr sehr junge Mädchen geschrieben worden. Das Lesevergnügen ist nur über einem bestimmten Pegel von Pubertätshormonen möglich, deswegen sollten sich ältere Leser lieber etwas Anderes zum schmökern suchen.
Fazit: „Handy-Liebe“ ist ein mit buntem Zuckerguß überzogener, naiver Liebesroman, der auf 12 – 14-jährigen Mädchen zugeschnitten ist und ihnen sicher auch so manchen Nachmittag versüßt.
Bild: Bianka Minte-König „Handy-Liebe“. Stuttgart: Thienemann 2000.
(Sarah Böhlau für sms-Lotse.de)